Praxisgemeinschaft Lauterbach & Achenbach

Berufsbilder

 

Viele psychische Erkrankungen sind heute gut und effektiv zu behandeln. Der Weg zu einer qualifizierten ambulanten Behandlung wird aber leider schon zu Beginn durch verwirrende Berufsbezeichnungen erschwert (aufgrund berufspolitischer und geschichtlicher Hintergründe). Der Blick in die ´Gelben Seiten´ hilft dabei auch nicht wirklich weiter. Also:

Wer kann was – und auch, wer darf was?

(der Vereinfachung halber beschränken wir uns auf die ambulante Behandlung Erwachsener)
Vorab: 1999 hat der Gesetzgeber im so genannten “Psychotherapeutengesetz” erstmals die Berufsbezeichnung “Psychotherapeut” geschützt und geregelt, wer zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen psychotherapeutische Behandlungen durchführen darf.
Psychotherapeutische Behandlungen Erwachsener auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherungen dürfen sowohl entsprechend ausgebildete und zugelassene Ärzte als auch Psychologen durchführen. Über ihren jeweiligen “Grundberuf” hinaus haben sie jeweils teilweise langjährige gesetzlich geregelte Zusatzausbildungen absolviert und sind zur Ausübung ihres Berufes von den jeweiligen kassenärztlichen Vereinigungen zugelassen worden. Diese Titel geben Ihnen eine Grundsicherheit, dass “Ihr” Behandler eine fundierte langjährige Ausbildung durchlaufen hat.

die Berufsbezeichnungen

Ärztlicher Psychotherapeut
Grundberuf Arzt; hat darüber hinaus eine entsprechende fachärztliche Weiterbildung absolviert und ist damit bei der Kassenärztlichen Vereinigung approbiert – darf also psychotherapeutische Behandlungen mit gesetzlichen Krankenkassen abrechnen. Auf dem Praxisschild steht dann z.B.: Dr. med. Markus Mustermann, Facharzt für Allgemeinmedizin, – Psychotherapie -. Eine weitere Möglichkeit ist der so genannte Facharzt für “Psychotherapeutische Medizin”.

Psychologischer Psychotherapeut
Grundberuf Psychologe; hat darüber hinaus eine entsprechende 3- (bzw. berufsbegleitend 5-jährige) Zusatzausbildung absolviert und ist bei der Kassenärztlichen Vereinigung approbiert – darf also psychotherapeutische Behandlungen mit gesetzlichen Krankenkassen abrechnen. Auf dem Praxisschild steht z.B.: Dipl. Psychologe Markus Mustermann, Psychologischer Psychotherapeut.

Weitere ärztliche Berufsbilder zur Behandlung psychische Kranker, die jedoch keine Psychotherapie im o.g. gesetzlichen engeren Sinne ausüben (es sei denn, sie verfügen auch über die oben genannte Zusatzbezeichnung bzw. Facharzttitel):

Facharzt für Psychiatrie
Facharzt, der psychiatrische und psychische Erkrankungen von der  körperlichen Seite her behandelt, also auch psychisch Kranke ggf. medikamentös behandelt und begleitet. Oft ist es sinnvoll eine kombinierte Behandlung durchzuführen (also z.B. die medikamentöse Einstellung durch den Facharzt durchführen zu lassen und parallel dazu eine psychotherapeutische Behandlung zu absolvieren).

Facharzt für psychosomatische Medizin
Facharzt, der auf psychische Faktoren zurückgehende körperliche Beschwerden behandelt.

Schließlich dürfen auch Heilpraktiker psychotherapeutisch tätig sein; sich jedoch nicht „Psychotherapeut“ nennen; aufgrund ihrer anderen Ausbildung nicht die o.g. Berufsbezeichnungen führen und nicht als Kassenärzte mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen. Auf den Türschildern finden Sie dann Bezeichnungen wie Markus Mustermann, “Heilpraxis für Psychotherapie” oder “Psychotherapie / HPG” (HPG = Heilpraktikergesetz).

Einen recht guten Überblick über die Berufsbilder, Zulassungen etc. bietet Ihnen die Website der Bundespsychotherapeutenkammer > www.bptk.de (externer Link)